Archive for 2009

 

Stand der Dinge 2009

Nov 08, 2009 in Text

Ein weiteres Jahrzehnt beendet, kein Ende in Sicht.
Durchschnittliches Spießbürgertum willkommener als singende Dummschwätzer oder chronisch Alkoholkranke,
Bequemlichkeit siegt.
Der alte, vergessene Freund schreibt eine Zeile aus dem Exil.

Als mein Vater in meinem Alter war, war ich 5, jetzt sind schon viele Väter gegangen
und auch einige Mütter machen sich auf den Weg.
Auf den Klassentreffen meines Jahrgangs fehlt der eine oder andere, aus traurigeren Gründen als ich,
ich interessiere mich nicht für diese Art Vergangenheit.

Ohne Ehrgeiz durchs Leben gemogelt, Verantwortung eher abgelehnt und mit einem blauen Auge davon gekommen.
Ich danke Gott für den gesandten Engel, welcher es nun fast schon eine silberne Zeit bei mir aushält.

Gedanken an wilde Tage verblüffen mich, wie kann ich noch soviel wissen?
Es scheint mir, als wäre ein gnadenloses Gedächtnis mein Fluch.

Am Horizont lauert der Montagmorgen.

Der Regen tröpfelt

Sep 17, 2009 in Text

Das Gewitter zieht nun schon seit 3 Stunden hin & her, von Westen nach Osten und wieder zurück.
Zermürbende 33° bei knapp 90% Luftfeuchtigkeit.

Dem Kind gegenüber scheint es gut zu gehen, die Ärztin fährt wieder davon.
Es schüttet aus Eimern, daß Haus zu verlassen fällt schwer.
Aber ich muß los, die Leiche im Kofferraum ist noch warm und bei diesem Wetter wird sie es auch bleiben. Ich muß sie loswerden. Hoffentlich fängt sie nicht schon an zu stinken.

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gefasel und geseier…

Aug 13, 2009 in Text

…geht mir auf die eier.

traumtänzer ohne zukunft,
laberköpfe ohne antrieb,
unübersichtliches dummschwafeln und hirnrissige aktionen,
betrachtet von pseudo-intellektuellen dummbratzen.

wer sich einen reim machen kann, wird sehen.

Dem Club gewidmet.

Verworrene Geschichte in drei Akten

Aug 03, 2009 in Text

1

Als ich am Morgen, im Anschluß an eine mehrjährige Sintflut, im verstaubten Kellergewölbe eines mir unbekannten Domizils, erwachte, lag eine mehrstöckige Staubschicht auf mir und drohte mich zu erdrücken. Ich wollte mich erheben, doch wurde ich von einer, nicht unerheblichen, Muskelschwäche daran gehindert. Hinzu kam eine geistige Umnachtung höheren Grades, die mich ernsthaft an einem klaren Gedanken hemmte.

Nach einer gewissen ungewissen Weile hatte ich meine Motorik so weit unter Kontrolle, daß ich mich auf die Suche nach einem Ausweg aus dieser mißlichen Lage begeben konnte.

Im Anschluß an meine glückliche Befreiung fand ich mich auf einem Anwesen ungeahnter Ausmaße wieder, doch schien es unbewohnt zu sein.

Plötzlich schlug unerwartet eine Tür im oberen Gewölbe und brachte mich in die Nähe eines Herzinfarktes. Als ich mich wieder beruhigt hatte, begab ich mich auf die Suche nach der geschlagenen Tür. Ich fand und öffnete sie.

Bei dem Anblick, der sich mir bot, flüchtete ich in eine tröstende Ohnmacht.

Es war die Realität, die mir haßerfüllt ins Auge blickte und mich mit Angst und Schrecken überwältigte. Ich drehte mich um und lief laut schreiend davon.

Ich sprang aus dem nächstbesten Fenster und genoß die gelungene Flucht, feierte sie mit einer ungehörigen Portion Verwegenheit.

2

Meinen ungebremsten Sturz fingen Palmwedel auf und ließen mich an den Gestaden einer halbmondförmigen Insel stranden, mitten in einem Meer aus Benzin. Verworren schaute ich mich um und fragte mich, ob hier Leben, ob überhaupt Leben, existieren kann? Doch ein kleiner Affe wankte mir den Weg.

Barbusige Frauen riefen mir etwas unglaublich schönes zu, das ich niemals verstand. Es schien mir, als wäre ich der König dieser Insel. Speis´ und Trank fielen mir zu Füßen, während ich nach Bodenschätzen suchte, auf diesem unberührtem Eiland. Entgegen mehrfacher Überzeugung merkte ich, daß dieses kostbare Einod schon geplündert wurde und warf meine aufgerauchte Gauloises ins Meer, welches explodierend implodierte.

Es muß wohl so um 03.15 gewesen sein, als eine Seele meine Korpus Delikti fand und flugs beschloß, ihn als ihr Eigentum zu deklarieren.

3

Die Seele beschloß, mich in eine Vergangenheit zu transferieren, und so lief ich, 11 Jahre vor dem Heute, sang- und klanglos durch den Untergang. Auf einem Spielplatz der Mächtigen taumelte ich und wurde von allen Seiten arglistig beäugt. Ich baute eine hundertjährige Sandburg, die von allen anwesenden freudig begrüßend niedergetrampelt wurde, da sie ihre Autorität begrub.

Erschreckendes kam zutage, als ich in den Resten meiner Burg stocherte und nicht wußte wonach, wozu. Tagelang suchte ich jahrelang und fand so manches Wesen, das sich fröhlich aus meinen Händen wand. Am Grunde meines Bewußtseins fand ich unerwünscht meine Unschuld, die sich wimmernd aus meinem Griff lösen wollte und konnte, die auf Nimmerwiedersehen aus meinem Leben verschied.

Die hundertjährige Sandburg konnte sie nicht halten, denn sie stand der zweitausendjährigen Hure zu.

Die 10 Gebote / Ver. 1,2&3

Jan 15, 2009 in Bild

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.