Der Regen tröpfelt

Donnerstag, September 17th, 2009 @ 01:22 | Text

Das Gewitter zieht nun schon seit 3 Stunden hin & her, von Westen nach Osten und wieder zurück.
Zermürbende 33° bei knapp 90% Luftfeuchtigkeit.

Dem Kind gegenüber scheint es gut zu gehen, die Ärztin fährt wieder davon.
Es schüttet aus Eimern, daß Haus zu verlassen fällt schwer.
Aber ich muß los, die Leiche im Kofferraum ist noch warm und bei diesem Wetter wird sie es auch bleiben. Ich muß sie loswerden. Hoffentlich fängt sie nicht schon an zu stinken.

Die Straßen sind wie ausgestorben, niemand geht bei diesem Wetter vor die Tür. Ich will auch nicht. Das Internet funktioniert nicht, in der Glotze nur Mist. Keine Möglichkeit, mich abzulenken. Hab’ ich aber eigentlich auch keine Zeit für. Der Job muß erledigt werden, heute, jetzt.

Ein röhrender Krach kündigt den Raser mit dem Glasauge an. Mir unbegreiflich, daß er immer noch wie geisteskrank durch die Gegend brettert, obwohl er beim letzten Unfall fast auch das gesunde Auge verloren hat. Hoffentlich fährt er vorbei.

Drüben, im Wald auf der anderen Seite des See, hab’ ich letzte Woche einen Pfad entdeckt, eventuell werde ich dorthin fahren, um die Leiche zu verscharren. ‘n Stück weit rein fahren und dann vorsichtig ‘ne Stelle abseits des Pfades suchen, sollte alles kein Problem sein. Aber ich sollte langsam hin machen, zögern bringt mich nicht weiter.

Das Gewitter ist jetzt endlich vorbei, ich mache mich auf den Weg. Es dämmert auch langsam; der Regen tröpfelt noch etwas. Es ist Zeit.

 

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